Thursday, March 11, 2010

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Tarot-Leserin der Stars

Barbara_Walker_TarotDie Schauspielerin Rachel Bilson wurde vor allem durch die Teenie TV-Serie “O.C., California” weltbekannt.
Rachel arbeitet z. Zt., neben anderen Projekten, an den Independent-Film “Waiting for Forever”. Daneben ist sie, wie wir bereits durch die Gossip-Magazine wissen, bis über beide Ohren in ihren Verlobten Hayden Christensen verliebt.

Aber dies ist kein Bericht über Rachel, es ist ein Bericht über ihre Mutter, einer Tarotlegerin der Stars. Janice nannte mir einige Namen von Stars, in deren Karten sie geschaut hat, bat mich aber, sie bitte nicht zu erwähnen – was ich auch nicht tun werde.
So läuft das in Hollywood: die Leute, die den Stars wirklich zuarbeiten, wollen meist entweder anonym bleiben – oder keine Namen erwähnt wissen. Wer will schon das Vertrauen seiner Kunden verlieren?

Die Infos, die wir von den Promis bekommen, sind meist wohldosierte Häppchen, die an die Medien weitergegeben werden. Es sei denn, es handelt sich um Stars, die sich selbst oder ihr Leben nicht im Griff haben: das sind dann die altbekannten großen und kleinen Skandale, auf die sich die Medien stürzen. Aber daran sind wir auf Lifestylesatellite nicht interessiert; es gibt genug hinreißend witzige Gossip-Seiten, die diesen Bereich abdecken.

Janice lud mich letztens in ihr Haus in Los Angeles ein, wo sie mir von ihrer Arbeit erzählte. Tarot, so sagt sie, ist eine uralte, mysteriöse Kunstform: “Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wo Tarot herkommt. Ich liebe das. Ich benutze die Karten in der Art wie Carl Jung sie benutzte: als Werkzeug, dem inneren Selbst Beschränkungen oder Ängste bewusst zu machen.
Man kann damit schnell in das Unterbewusstsein vordringen, es in Bildern zum Vorschein bringen, damit es versteht, was dem Menschen ins Bewusstsein gebracht werden muss, um sich vorwärts zu bewegen, hinein in seine Mission, in seine Leidenschaft, in seine Freude.”

JSRBJanice hat einen Masters Degree in Human Development. Neben ihrer Tarot-Arbeit unterrichtet sie Teenagerinnen aus allen Schichten über überliefertes Wissen aus matriarchalischen Zeiten, in denen die Göttinnen-Kulturen herrschten. In diesen Workshops lernen sie, so Janice, mehr darüber, wer sie als Frauen sind – denn dies sei etwas, was uns meist nicht beigebracht wird.

Hin und wieder sind Workshops oder Kurse, die auf Frauen zielen, “Anti-Männer” – alles, was mit Männern zu tun hat, wird als negativ angesehen, was möglicherweise ein Überbleibsel der inzwischen überholten Emanzen-Bewegung der “Nach-Flower-Power” Zeit ist.

Janice dagegen betont, dass wir Frauen nicht vergessen sollten, dass wir Männer gebären. Wir sind quasi sie, sie sind wir: “Was uns als Menschen alle verbindet ist der Bauch. Es ist unser erstes Zuhause. Der Bauch ist die Quelle unserer Mysterien und unserer Weisheit. Ich glaube, dass Frauen die Welt anführen werden, zusammen mit unseren Brüdern, den Männern, die sich darüber im Klaren sind, was zur Zeit in der Welt geschieht.”
Tatsächlich sitzen viele Frauen in bedeutenden Positionen, und das nicht nur in der westlichen Welt. Janice: “Wir leben in einer tollen Zeit, einer unheimlich aufregenden Zeit, wo Alchemie geschieht und wir erkennen, wer wir wirklich sind.
Statt die Dramen zu füttern, durch die wir in unseren äußeren Lebensumständen gehen, gehen wir tiefer und richten unsere Aufmerksamkeit auf das, was wir tatsächlich sind und wie wir dies mit der Welt teilen.”

Und was sind wir? Wir Frauen, zum Beispiel?

Mutter? Angestellte? Arbeiterin? Karrierefrau? Umhertippelndes Wesen mit tiefem Ausschnitt? Oder leben wir durch unsere Familie und geben unsere Individualität als Opfergabe?

Und was sind die Männer? Treu sorgende Familienväter (vielleicht mit “Side-Action”, dann und wann)? Fixiert auf Karriere?

Oder sind dies wieder nur Schablonen für uns, Muster, die uns vorgelebt wurden, und in die wir, ohne es groß zu hinterfragen, versuchen, hineinzupassen? Als “Kopien von Kopien”?

Wie also findet man das, was wir wirklich sind? Janice meint: “Es geschieht oft, dass Kunden kommen und über ihre Karriere oder ihre Beziehungen reden wollen. Aber auch das generelle Wohlbefinden braucht Einsatz und Hingabe. Wir sind manchmal dazu konditioniert, die Furcht zu füttern, die Gedanken, die unseren Ängsten Raum geben – und das ist nicht mehr als eine Gewohnheit. Es braucht also unseren Einsatz, die Gewohnheit zu ändern.”

Was, wenn wir es nicht mögen, was wir sehen, in uns selbst oder in anderen? Falls wir z.B. Gefühle der Eifersucht spüren, was für den, der dies empfindet, alles andere als ein angenehmes Gefühl ist. Janice findet, dass es im Endeffekt darauf hinausläuft, sich solcher Gefühle bewusst zu sein, nicht mehr und nicht weniger. “Wenn man sich mit diesen Empfindungen beschäftigt, ruft dies mehr und mehr das Ego auf den Plan und das schickt uns auf den Weg der Gedankenschleifen,” meint sie. “Dem zu Grunde liegt das Gefühl, ‘es nicht wert zu sein’ und auch das kommt vom Ego.
Alles, was du tun musst, ist, in die Gegenwart zu kommen und das Gefühl, das du gerade hast, zu registrieren. Du analysierst es nicht. Du verneinst es nicht. Es ist gut, wenn man es akzeptieren kann, denn das ist es, was es tatsächlich verschwinden lässt.”

Manchmal, so Janice, sehen die Leute ihr Wissen nur als unterhaltsamen Zeitvertreib an. Sie fühlt, wenn ihre Kunden nicht präsent sind. Dabei ist Präsenz genau das, was sie versucht zu vermitteln: “Wir beginnen im hier und jetzt, mit unserem Atem. Wir beobachten, wohin sich unsere Gedanken bewegen. Es geht darum, einfach zu registrieren, ob sich etwas gut oder schlecht anfühlt, ohne zu urteilen. Unsere Gefühle in unserem Körper leiten uns. Im Grunde passiert die Magie in dem Moment, in dem wir loslassen und der Gegenwart vertrauen. Wir können damit experimentieren und selber sehen, wie es für uns funktioniert. Diese Bewusstheit, dieses ‘in die Gegenwart bringen’ zerstreut immer das Negative und die Furcht und erweitert unsere Liebe.”

Dabei ist es oft genau die Furcht, mit der Hollywood Umsatz macht. Der Film “2012″ sorgte für riesige Umsatzzahlen. Von allen November-Debüts in der Geschichte des Kinos landete “2012″ auf dem siebten Platz. Und wer waren die Besucher? 52% waren Männer und 55% waren älter als 25.
Die Frage ist: geniessen Männer Dramen mehr als Frauen? Nun, wenn es um Filme geht, offenbar ja. Nur, im wirklichen Leben sind oft Frauen die ‘Drama Queens’.

Ich persönlich glaube nicht, dass Frauen die besseren Menschen sind. Wir sind Menschen, Punkt. Aber wenn wir einmal unsere typischen Probleme überwunden haben, können wir richtig schön in unserer Kraft stehen.

Dann sind wir in der Lage, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen, zu leben und leben zu lassen. Dramatische Umstände sind nicht mehr als Gelegenheiten zum Wachstum. Der Impuls, zu manipulieren und ständiges sich beklagen werden überflüssig: es gibt genug Grund, happy zu sein.
Und das könnte wiederum Einiges beeinflussen.

Vielleicht sollte Hollywood doch etwas besser zuhören wenn Leute wie Janice ihr Wissen teilen. Und obendrauf ein paar Fantasy-Filme zum Thema “Göttinnen” produzieren. Den Männern würde sowas auch gefallen. Wetten?

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